Dominik Schüßler sichert sich den Gesamtsieg beim Terra Raetica Trails Tour Festival

[MH, 04.07.2026] Von 30. Juni bis 4. Juli 2026 fand die vierte Auflage des Terra Raetica Trails Tour Festivals statt. Rund 400 Läuferinnen und Läufer aus 18 Nationen nahmen an dem fünftägigen Etappenlauf durch die Regionen Kaunertal, Tiroler Oberland, Samnaun, Nauders und Reschen teil.
Die Etappen führten über ausgewählte Strecken des Terra-Raetica-Trailrunning-Netzwerks und umfassten Distanzen von 15 bis 27 Kilometern sowie 1.100 bis 1.700 Höhenmeter. Alle fünf Rennen zählten zur Gesamtwertung, konnten aber auch einzeln absolviert werden. Der Start erfolgte täglich um 9.30 Uhr.
Auf dem Programm standen der Thomas-Penz-Höhenweg (30. Juni, 16,9 km, 1081 Hm), der Frudiger-Trail (1. Juli, 26 km, 1382 Hm), der Samnaun Trail (2. Juli, 14,4 km, 1245 Hm), der Nauderer Höhenweg (3. Juli, 26,5 km, 1608 Hm) und der Reschensee-Trail (4. Juli, 18 km, 1730 Hm). Zählt man alle Zahlen zusammen, kommt man auf eine Gesamtstrecke von 101,8 km mit 7.046 Höhenmetern.
In diesem Jahr ging Dominik Schüßler vom LSF ProTeam an den Start und überzeugte bei allen Etappen. Auf der ersten Etappe kam er als dritter in Ziel. Auf Etappen 2-4 wurde er Tageszweiter. Auf der vorletzten Etappe entschied Dominik mit knapp zwei Minuten Vorsprung auf den nächsten Starter die Gesamtwertung für sich und konnte auf der letzten Etappe die gelbe Startnummer für den Gesamtführenden tragen.
Dominik beschreibt seine Etappen samt Renneinteilung und Taktik folgendermaßen:
„Die erste Etappe war bereits sehr technisch und selektiv. Die zweite lag mir dann am meisten, da die Strecke meinen Trainingsrouten aus dem Siegerland am ähnlichsten war. Die dritte Etappe war wieder sehr technisch, fast vom ersten bis zum letzten Meter. Trotzdem konnte ich den Anschluss nach vorne halten. Die vierte Etappe war dann für mich die wichtigste, um die Verhältnisse in der Gesamtwertung zu festigen. Ich wusste, dass der bis dahin führende angeschlagen war und auch mit seiner Fitness haderte. Daher habe ich beschlossen direkt vom Start weg den Druck hoch zu halten. Nach dem ersten langen Anstieg hatte ich ihn abgehängt. Kurz darauf ist er dann aus dem Rennen ausgestiegen und so konnte ich im Ziel der vierten Etappe die gelbe Startnummer ergattern. Die letzte Etappe war dann nochmal extrem hart. Mit vielen Höhenmetern, sehr steilen Abschnitten und einer Bergüberquerung über 2.900m Höhe. Im Mittelteil der Etappe wurde es flacher und meine Zeit kam, um mir einen Vorsprung zu erarbeiten, den ich dann im letzten Anstieg erst wieder hergeben musste und dann von meinem Vorsprung in der Gesamtwertung zehren musste. Der letzte Downhill war sehr steil und schmerzhaft und ich habe meinen direkten Kontrahenten auf die Gesamtwertung, der vor mir in Ziel gekommen ist, nicht außer Sichtweite gelassen. Am Ende reichte es noch mit einem komfortablen Vorsprung für den Gesamtsieg.“
Vor der letzten Etappe hatte Dominik 10 ½ Minuten Vorsprung auf den Gesamtzweiten. Diesen Vorsprung auf der sehr schweren Etappe konnte er nicht nur erfolgreich verteidigen, sondern gewann die Gesamtwertung mit über 8 Minuten Vorsprung und schaffte es an jedem Tag auf das Podest der Tageswertung. Für die gesamte Distanz benötigte Dominik 10:37:05 Stunden.
Zu seiner Vorbereitung und weiteren Jahresplanung erzählte Dominik:
„Dieses Jahr steht für mich ganz im Zeichen der Etappenrennen. Nach den Risenbecker Sixdays im Mai, war die Terra Raetica Trail Tour mein Saison-Highlight und Trainingsziel.
Durch meine Arbeit im Siegerland, hatte ich jede Woche zwei Trainingstage im Gelände und vor allem in den Bergen. Daraus musste ich das meiste rausholen. Von Anfang an war mir klar, wo meine Stärken und Schwächen liegen. In den steilen Anstiegen konnte ich mit der Spitze meist nicht mithalten, konnte dann aber in den flachen Passagen und in den Downhills aufholen. Über die gesamte Etappe hinweg konnte ich jeweils ein hohen Grundtempo laufen und aufrechterhalten.
Mein vorerst letzter Ausflug in die Etappenrennen steht bereits in drei Wochen mit zwei Etappen bei der Walser Trail Challenge an. Danach fokussiere ich mich wieder auf die Straße und starte im Oktober beim Köln-Marathon.“





