Die Laufsportfreunde trauern um Ludger Fliß

Ludger Fliß ist tot. Er wurde 69 Jahre alt. Nach einem fast elfjährigen Kampf gegen den Krebs, den er selbst immer als Ultramarathon bezeichnet hat, ist er am Samstagmorgen verstorben. Statistisch, so seine Ansicht, hätte er längst tot sein müssen; dass ihm nach der Krebsdiagnose noch so viele Jahre geschenkt wurden (auch das seine Worte), hat er auch seinen guten Grundlagen zugeschrieben. Sicher war er nie ein Top-Athlet, aber er war immer im besten Sinne ein Breitensportler mit einer Top-Begeisterung für den Laufsport. Und diese Begeisterung setzte er unmittelbar und selbstlos in Hilfe und Handeln um. Ein „Ja, mal sehen“, hat man von ihm nie gehört. Er war ein unglaublich engagierter Helfer. Ein Anruf genügte und er bat seine Hilfe an oder hat unkompliziert und uneigennützig Hilfe vermittelt.
Davon hat nicht nur der LSF Münster über 20 Jahre seiner Mitgliedschaft profitiert. Er war zugleich jahrzehntelang bei Wacker Mecklenbeck in vorderster Reihe engagiert und nicht zuletzt tragende Säule des Münster-Marathon-Orga-Teams. Und wer weiß, dass er sich vor seinen regelmäßigen Starts beim Münster-Marathon morgens um 5 Uhr aufmachte, um u.a. die Strom- und Wasserversorgung auf die Beine zu stellen, kann eine Ahnung davon gewinnen, wie Ludger tickte. 2021 wurde Ludger für sein Engagement in unserem Verein mit dem Bronzenen Laufschuh ausgezeichnet.
„Never give up“ stand auf einem Shirt, das er 2020 trug, als er uns bei einem privaten Lauf begleitete. Leider war das mehr als ein Jahrzehnt zu seinem Alltag geworden. Aber dass er diese Haltung hatte und sie nach außen trug, zeigt, was er für ein Kerl war. Mensch und Sportsmann mit Herz, Kämpfer aus Leidenschaft und zugleich weiterhin und trotzdem Motor, Macher, Motivator für andere. Du suchst einen Freund, Du fandest ihn in Ludger!
Ludger war nicht nur eine helfende Hand, er war ein helfendes Herz.
Stefan Lammers
für den Vorstand der Laufsportfreunde Münster



